Hanf Anbau
Hanf ist eine der ältesten Nutzpflanzen der Welt und wird seit mehr als 4500 Jahren zur Fasergewinnung, als Heil- und Ölpflanze angebaut. Auch die berauschenden Inhaltsstoffe machte sich der Mensch schon zu frühen Zeiten für rituelle Zwecke zu Nutzen. Der Hanf Anbau oder Anbau von Cannabis ist sehr eng verbunden mit der kulturellen Entwicklung der Menschheit. Die Hanfpflanze lieferte Fasern für Kleidung und die Samen waren eine hochwillkommene Nahrung. Hanf wurde bis in die 50er Jahre in riesigem Umfang auch in Deutschland angebaut. Erst die Anti-Drogen-Politik machte diesem Boom ein Ende.
Auch heute noch wird Hanf als Nutzpflanze zur Fasergewinnung angebaut. Allerdings ist nur der Anbau von Sorten legal, deren THC-Gehalt unter 0,2 % liegt. Der Eigenanbau von Hanf mit höherem THC-Gehalt zu medizinischen Zwecken ist nach wie vor illegal. Obwohl Marihuana zur Behandlung von Aids, Asthma bronchiale, Epilepsie, Glaukom, Krebs (zur Linderung der Nebenwirkung nach einer Chemotherapie), Migräne, Multipler Sklerose, Morbus Crohn, Atopisches Ekzem, Schmerzzuständen, Spastiken und Tourette-Syndrom eingesetzt werden könnte. Bis entsprechende Medikamente entwickelt werden, bleibt den Betroffenen nur die Beschaffung ihrer lindernden Substanzen auf dem Schwarzmarkt. Hier wäre ein Umdenken in der momentanen Drogenpolitik vonnöten.
Dass immer mehr Jugendliche regelmäßig Marihuana und Haschisch konsumieren und dass dieser Konsum ihrer körperlichen, psychischen und sozialen Entwicklung unbestritten abträglich ist, rechtfertigt die Illegalisierung von Cannabis keineswegs.
Nicht das Verbot wird diese jungen Menschen vom Kiffen abhalten, sondern die Einbindung in ein gesundes soziales Umfeld und Zukunftsperspektiven. Durch die Beschaffung von Cannabis auf dem Schwarzmarkt besteht eher die Gefahr mit anderen weitaus gefährlicheren Drogen in Kontakt zu kommen.
Grundsätzlich ist der Anbau von Cannabis genehmigungspflichtig und nur THC arme Sorten können von Landwirten angebaut werden.